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Reinickendorf Statistik 2026: 31 Fakten über den Bezirk

Von Holger Pietsch | 8. Juni 2026
Reinickendorf Statistik 2026: 31 Fakten über den Bezirk © Andreas Augstein, Wikimedia Commons (Lizenz: CC BY-SA 4.0)
Rathaus Reinickendorf

Reinickendorf liegt im Nordwesten Berlins, dort wo die Großstadt in Wälder, Seen und alte Dörfer übergeht. Zwischen dem Tegeler See, dem Märkischen Viertel und dem stillgelegten Flughafen Tegel zeigt der Bezirk eine seltene Mischung aus Industriegeschichte, Natur und Zukunftsplänen, die ihn von den meisten anderen Berliner Bezirken unterscheidet.

Wer hier lebt, kennt die ruhigen Villenviertel in Frohnau und Hermsdorf genauso wie die Hochhäuser im Märkischen Viertel und die alten Borsig-Hallen in Tegel. Wir haben 31 Fakten über Reinickendorf zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.

Was dich erwartet

Größe, Lage und Bevölkerung

1. Rund 260.300 Einwohner

Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lebten in Reinickendorf etwa 260.300 Menschen. Damit gehört der Bezirk zu den kleineren der zwölf Berliner Bezirke und liegt deutlich unter dem Durchschnitt, was die Einwohnerzahl angeht.1

2. Zweitwenigste Einwohner aller Bezirke

Nach dem Bezirk Spandau hat Reinickendorf die zweitniedrigste Einwohnerzahl aller zwölf Berliner Bezirke. Trotz seiner großen Fläche zählt der Bezirk damit zu den am dünnsten besiedelten Teilen der Stadt.2

3. 89,48 Quadratkilometer Fläche

Reinickendorf erstreckt sich über eine Fläche von 89,48 Quadratkilometern und gehört damit zu den flächengrößten Bezirken Berlins. Nur wenige Bezirke wie Treptow-Köpenick, Pankow und Steglitz-Zehlendorf sind größer, sodass Reinickendorf etwa auf dem vierten Platz liegt.3

4. Etwa 2.900 Einwohner je Quadratkilometer

Aus großer Fläche und vergleichsweise wenigen Einwohnern ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von rund 2.909 Menschen je Quadratkilometer. Viel Wald, Wasser und offene Landschaft sorgen dafür, dass der Bezirk im Berliner Vergleich locker bebaut wirkt.4

5. 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet

Wie viele Randbezirke kam Reinickendorf 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz zur Hauptstadt. Alte Dörfer wie Lübars, Heiligensee und Hermsdorf wurden damals zu Ortsteilen des neuen Bezirks zusammengefasst.5

6. Durchschnittsalter von 44,5 Jahren

Mit einem Durchschnittsalter von etwa 44,5 Jahren gehört Reinickendorf zu den älteren Bezirken Berlins. Vor allem in den ruhigen Wohnlagen im Norden leben viele langjährige Bewohner, was den Altersschnitt nach oben zieht.6

7. Gut 41 Prozent mit Migrationshintergrund

Rund 41,5 Prozent der Reinickendorfer haben einen Migrationshintergrund, darunter etwa 24 Prozent ohne deutschen Pass. Der Anteil ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, besonders durch Zuzug im Märkischen Viertel und im Ortsteil Reinickendorf.7

8. Elf Ortsteile von Tegel bis Frohnau

Der Bezirk gliedert sich in elf Ortsteile, darunter Tegel, Frohnau, Hermsdorf, Wittenau und das Märkische Viertel. Das Märkische Viertel ist mit rund 50.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Ortsteil, während Konradshöhe und Lübars mit jeweils weniger als 10.000 Menschen zu den kleinsten gehören.8

Wahrzeichen und Geschichte

9. Flughafen Tegel 2020 geschlossen

Am 8. November 2020 hob mit einer Air-France-Maschine nach Paris der letzte planmäßige Flug vom Flughafen Tegel ab. Damit endete nach 46 Betriebsjahren die Geschichte des Airports mit dem markanten sechseckigen Terminal, der für viele Berliner zum Wahrzeichen geworden war.9

10. Tegeler See, zweitgrößter See Berlins

Mit rund 450 Hektar Fläche ist der Tegeler See nach dem Müggelsee der zweitgrößte See Berlins. Er bildet eine etwa fünf Kilometer lange Ausbuchtung der Havel und beherbergt mehrere Inseln wie Scharfenberg und Reiswerder.10

11. Märkisches Viertel für 50.000 Menschen

Das Märkische Viertel entstand zwischen 1963 und 1974 als erste große Neubausiedlung West-Berlins. Mit rund 17.000 Wohnungen war es für bis zu 50.000 Bewohner ausgelegt und gilt bis heute als eine der prägendsten Großsiedlungen der Stadt.11

12. Greenwich-Promenade am Tegeler See

Die Greenwich-Promenade am Nordostufer des Tegeler Sees ist eine der beliebtesten Uferpromenaden im Norden Berlins. Von hier starten die Ausflugsschiffe der Stern und Kreisschifffahrt, und über die breite Freitreppe gelangt man hinunter ans Wasser.12

13. Schloss Tegel von Schinkel umgebaut

Das Schloss Tegel, auch Humboldt-Schloss genannt, ließ Wilhelm von Humboldt zwischen 1820 und 1824 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel umbauen. Es befindet sich bis heute im Besitz der Humboldt-Nachfahren und beherbergt ein privates Humboldt-Museum.13

14. Borsigturm, Berlins erstes Hochhaus

Der 65 Meter hohe Borsigturm wurde von 1922 bis 1924 nach Plänen von Eugen Schmohl errichtet und gilt als erstes Hochhaus Berlins. Er erinnert an die Borsigwerke, die ihre Tegeler Produktion 1898 aufnahmen und zu einem der größten Lokomotivhersteller der Welt wurden.14

Wirtschaft und Wissenschaft

15. Urban Tech Republic auf dem TXL-Gelände

Auf dem Areal des früheren Flughafens Tegel entsteht unter dem Namen Berlin TXL die Urban Tech Republic, ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien. Bis zu 1.000 Unternehmen sollen hier an Themen wie Klimaneutralität, Mobilität und nachhaltigem Bauen arbeiten.15

16. Bis zu 20.000 Arbeitsplätze geplant

In der Urban Tech Republic sollen nach den Planungen der Tegel Projekt GmbH rund 20.000 Menschen arbeiten. Damit würde auf dem ehemaligen Flughafen einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte im Norden Berlins entstehen.16

17. Borsig, traditionsreicher Industriestandort

Die Geschichte des Maschinenbauers Borsig prägt Tegel seit 1898, als das Unternehmen seine Werke vom Wedding hierher verlegte. Auf dem historischen Gelände sind heute das Einkaufszentrum Hallen am Borsigturm und zahlreiche Betriebe angesiedelt, die an die industrielle Tradition anknüpfen.17

18. Berliner Hochschule für Technik zieht nach Tegel

Die Berliner Hochschule für Technik plant, mit über 2.500 Studierenden in das ehemalige Terminalgebäude des Flughafens Tegel zu ziehen. Der Wissenschaftscampus soll zum Herzstück der Urban Tech Republic werden und Forschung direkt mit den ansässigen Unternehmen verbinden.18

Natur und Freizeit

19. Tegeler Forst mit 2.169 Hektar

Der Tegeler Forst ist mit rund 2.169 Hektar nach dem Grunewald das zweitgrößte Waldgebiet Berlins. Das landeseigene Forstgebiet im Ortsteil Tegel ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Radfahrer.19

20. Baden und Schiffe am Tegeler See

Der Tegeler See ist eines der wichtigsten Naherholungsgebiete im Norden Berlins. Am Nordwestufer im Tegeler Forst liegt das Strandbad Tegel, während von der Greenwich-Promenade aus Ausflugsschiffe zu Touren über den See und auf die Havel starten.20

21. Anteil am Naturpark Barnim

Im Nordosten reicht der Naturpark Barnim bis nach Reinickendorf hinein, vor allem entlang des Tegeler Fließtals bei Lübars. Das Tegeler Fließ schlängelt sich über 14,5 Kilometer durch Wiesen und Erlenbrüche und bildet eine der schönsten Naturlandschaften der Stadt.21

Wohnen und Kosten

22. Vergleichsweise moderate Mieten

Reinickendorf gilt als einer der noch bezahlbareren Bezirke Berlins, mit Mieten im unteren bis mittleren Bereich des Stadtgebiets. Wer mehr über das Preisniveau wissen möchte, findet Details in unserer Übersicht zu den Lebenshaltungskosten im Bezirk.22

23. Große Spannweite bei den Wohnlagen

Zwischen den Villenvierteln in Frohnau und Hermsdorf und den Hochhäusern im Märkischen Viertel liegen beim Wohnen Welten. Diese Mischung sorgt dafür, dass der Bezirk bei Mieten und Kaufpreisen breit aufgestellt ist, wie unsere Lebenshaltungskosten zeigen.23

Verkehr und Anbindung

24. U6 als zentrale Nord-Süd-Achse

Die U-Bahn-Linie U6 verbindet Reinickendorf über Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel mit der Innenstadt. Seit 2022 wird der nördliche Abschnitt grundlegend saniert, weshalb die Bahn bis voraussichtlich 2027 nicht durchgehend bis Alt-Tegel fährt und Busse den Ersatzverkehr übernehmen.24

25. S-Bahn-Anbindung über Tegel

Der S-Bahnhof Tegel ist über die Linien S25 und S26 erreichbar und bindet den Bezirk an den Nord-Süd-Verkehr der Stadt an. Die eingleisige S25 stößt allerdings an Kapazitätsgrenzen, was die Anbindung des wachsenden Nordens immer wieder zum Thema macht.25

Was sich in den nächsten Jahren verändert

26. Schumacher Quartier mit 5.000 Wohnungen

Auf der Ostseite des Tegeler Flughafengeländes entsteht das Schumacher Quartier, ein neues Wohngebiet mit rund 5.000 Wohnungen für etwa 10.000 Menschen. Es soll als klimafreundliches Modellquartier mit viel Holzbau und Grünflächen gebaut werden.26

27. Heute noch fast leeres Zukunftsareal

Ende 2024 lebten im Planungsraum Schumacher-Quartier erst 294 Menschen. Das zeigt, wie früh das große Stadtentwicklungsprojekt noch steht, dessen Wohnungen erst in den kommenden Jahren schrittweise bezogen werden sollen.27

28. Über 11.000 neue Einwohner bis 2040

Prognosen gehen davon aus, dass Reinickendorf bis 2040 um mehr als 11.000 Einwohner wachsen könnte. Ein großer Teil dieses Zuwachses soll in den neuen Quartieren auf dem ehemaligen Flughafengelände unterkommen.28

29. BHT-Campus im alten Terminal

Für den Umbau des sechseckigen Terminalgebäudes zum Campus der Berliner Hochschule für Technik sind für die Jahre 2026 bis 2028 rund 70 Millionen Euro eingeplant. Der Umzug soll der Urban Tech Republic ein wissenschaftliches Herz geben, auch wenn Sparzwänge das Projekt zuletzt ausbremsten.29

30. Sanierte U6 bringt Tegel zurück ans Netz

Mit dem Abschluss der Dammsanierung soll die U6 wieder durchgehend bis Alt-Tegel fahren, frühestens im Jahr 2027. Eine zuverlässige Schienenanbindung gilt als Voraussetzung dafür, dass die Tausenden neuen Bewohner und Beschäftigten auf dem TXL-Areal mobil bleiben.30

31. Sicherheitslage im Blick behalten

Mit den großen Bauprojekten und dem erwarteten Zuzug rückt auch die Entwicklung der Sicherheit stärker in den Fokus. Wie sich Straftaten im Bezirk über die Jahre verändert haben, zeigt unsere Kriminalitätsstatistik für Reinickendorf.31

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Holger Pietsch
Holger Pietsch
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist, Tegeler mit Überzeugung. Arbeitete früher für die Berliner Morgenpost, heute ausschließlich für lokale Medien. Verbringt seine Freizeit am liebsten am See – und findet dort oft seine besten Geschichten.

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